"Dr letschte Wille" von Fitzgerald Kusz

A bissle Pietät muss scho sei“

Rabenschwarze Komödie auf der Breitenthaler DJK-Bühne

Breitenthal l rjk l So rabenschwarz wie in ihrem 20. Bühnenstück waren die Breitenthaler Theaterspieler noch nie. Was „Dr letschte Wille“ der verstorbenen Tante Martha aus ihrer Familie macht, grenzt an Wahnsinn, und diesen Wahnsinn auf die Bühne zu bringen ist die diesjährige Meisterleistung der Theaterabteilung der DJK Breitenthal. „Leicht war es nicht, sich für dieses Stück zu entscheiden“, verriet Abteilungsleiterin Martha Schiefele nach der Premiere. Denn das Thema hat gerade für ältere Zuschauer eine Menge Zündstoff zu bieten und ließ so manchen Lacher im Halse stecken bleiben: Was passiert mit meinem Hab und Gut, wenn ich sterbe? Werden sich meine Erben vertragen – oder wird die Gier das Schlechteste in den Menschen zum Vorschein bringen?

Letzteres passiert in dem Stück von Fitzgerald Kusz, von Hermann Wächter fürs Schwäbische bearbeitet, dann auch den Verwandten. Allen voran Olga Wolz, die Schwester der Verstorbenen (bitterböse: Monika Kober) und ihrem Neffen Heinz Pöhlmann, dessen Geldgier und Wahnsinn Markus Lecheler in einer seiner besten Rollen ein überzeugendes Gesicht gab.

Anfangs gibt sich die Trauergesellschaft, zu der auch Ehefrau Karin Pöhlmann (Karola Stempfle als hilflose Mutter), Tochter Ursel Wolz (Margit Schmid mit einer überzeugenden Wandlung) und Sohn Kurt Wolz und seine Frau Siggi (Klaus Schlosser und Heidi Krones als zerstrittenes Ehepaar mit Alkoholproblem) gehören, noch ein wenig Mühe – „a bissle Pietät muss scho sei“, meint Olga schließlich. Doch der Friede nach der Beerdigung hält nicht lange.

Natürlich sind alle hinter den Reichtümern der verstorbenen Tante her, die wiederum eigentlich Klaus Schneider, den Witwer ihrer Nichte (stark: Wolfgang Allstätter) und ihren langjährigen Hausmeister Rau bedenken wollte (Franz Keller, der sogar einen Teil seiner Haarpracht für die Rolle hergeben musste). Doch da macht der geldgierige Familienclan natürlich nicht mit. Ein Testament lassen die Erben einfach verschwinden, große Pläne mit dem Vermögen der Tante sind schnell gemacht.

Auf der Jagd nach immer noch mehr Schätzen aus dem Nachlass von Tante Martha belauern sich die „Geschäftspartner“ fortwährend gegenseitig, feilschen um die kleinsten Beträge und geraten immer weiter in den Strudel der Gier.

Das alles setzen die Breitenthaler Theaterspieler konsequent und detailgenau um – ein liebevolles Bühnenbild (Urban Jakob mit Team) und eine professionelle Maske (Gertrud Jenuwein und Team) machen es den Akteuren leicht, in ihre Rollen zu schlüpfen. Sabine Häußler hatte als „Neue“ im Souffleurkasten ihren ersten Einsatz.

Kein Stück voller Schenkelklopfer diesmal, sondern eine bitterböse Abrechnung mit der Gier, von der auch ein bisschen die in jedem von uns steckt. Und vielleicht das bisher beste Stück, das die DJK-Laienspielschar in ihrer 20-jährigen Geschichte auf die Bühne gebracht hat.

Beim Trauerspiel werden Tränen gelacht

Theaterabteilung der DJK Breitenthal spielt „Dr letschte Wille“

Breitenthal | rjk | Auch wenn der Titel und die schwarzen Trauer-Kostüme der Darsteller etwas anderes vermuten lassen: Das diesjährige Theaterstück der DJK Breitenthal verspricht wieder ein echter Spaß zu werden. „Dr letschte Wille“ bringen die Theaterspieler in diesem Jahr auf die Bühne, ein Volksstück in fünf Akten von Fitzgerald Kusz, für das Herrmann Wächter die schwäbische Bearbeitung übernommen hat. Ein Trauerspiel also, bei dem Tränen gelacht werden dürfen.

Wie immer haben sich die Aktiven der DJK Breitenthal mit Feuereifer in die Proben gestürzt – einen Regisseur gibt es nicht, dafür viele: Alle gemeinsam erarbeiten in den Monaten vor der Premiere die Inszenierung, helfen bei der Gestaltung der Bühne, der Requisite und dem Einstudieren des Textes zusammen. Der dreht sich um ein eigentlich trauriges Thema: Die reiche Tante Martha ist gerade gestorben. Die lieben Verwandten spielen beim Leichenschmaus die Rolle, die ihnen selbst angemessen erscheint – die wichtigste. Noch reden sie miteinander, denn sie haben noch nicht geerbt. Aber da jeder nur wegen der Erbschaft gekommen ist, bestimmen Misstrauen und Gier die Atmosphäre. Jede Liebenswürdigkeit gerät zunehmend in die Nähe der Körperverletzung. Doch ergibt sich im weiteren Verlauf des Abends so manche Überraschung.

Alle Darsteller haben schon jahrelange Erfahrung auf der Breitenthaler Theaterbühne: Monika Kober spielt Olga Wolz, Tante Marthas Schwester, Margit Schmid ihre Tochter Ursel Wolz, Klaus Schlosser den Sohn Kurt Wolz, Heidi Krones spielt seine Frau Siggi Wolz. Als Neffe Heinz Pöhlmann steht Markus Lecheler auf der Bühne, Karola Stempfle spielt seine Frau Karin Pöhlmann. Wolfgang Allstätter verkörpert Klaus Schneider, den Witwer von Heinz Schwester, und Franz Keller ist Rau, Tante Marthas Hausmeister.

Neben den Proben läuft auch der Vorverkauf auf Hochtouren – wie immer lohnt es sich, schnell Karten zu reservieren, um noch Plätze in einer der Vorstellungen zu ergattern.

Info Die Aufführungstermine im Vereinsheim Breitenthal sind Samstag, 8. November, 20 Uhr (Premiere), Sonntag, 9. November, 14 Uhr, Freitag, 14. November, 20 Uhr, Samstag, 15. November, 20 Uhr, Sonntag, 16. November, 19 Uhr, sowie am Freitag, 21. November, 20 Uhr, und Samstag, 22. November, 20 Uhr.